Naturalismus in der Rechtswissenschaft

Naturalismus in der Rechtswissenschaft

Obwohl die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit empirischen Disziplinen auch für die Rechtswissenschaft immer wichtiger wird, ist es bisher noch nicht gelungen, die Erkenntnisse empirischer Wissenschaften in dem rechtswis­sen­schaft­li­chen Kernbereich der Methodenlehre und der Dogmatik zu verarbeiten.
Einer solchen Verarbeitung steht ein Großteil der deutschen Rechtswissenschaft defensiv gegenüber. Die Mei­nung, dass die Rechtswissenschaft, vor allem in den Bereichen der Methodenlehre und Dogmatik, eine normative Disziplin sei, und für empirische Erkenntnisse daher keine Verwendung habe, ist herrschend.
Weiterhin fehlt für die Verarbeitung der Ergebnisse empirischer Wissenschaften in Methodenlehre und Dogmatik ein theoretisches Fundament.
Ein solches auszuarbeiten, und die Grundannahmen des Normativismus in Frage zu stellen ist Ziel dieses Projekts.
Es soll eine naturalistische Rechtstheorie entworfen werden, die Rechtswissenschaftlern auf Ebene der Methoden­lehre und der Dogmatik eine naturalistische Methode zur Verfügung stellt, mithilfe derer sie die Ergebnisse empiri­scher Wissenschaften, speziell der Kognitionswissenschaften, zur Analyse von juristischen Begriffen und Argu­men­ta­tions­strukturen verwenden können.
Diese naturalistische Rechtstheorie wird sich fundamental von bereits existierenden „naturalistischen“ Ansätzen in der Rechtswissenschaft unterscheiden. Nach dem philosophischen Vorbild W.V.O. Quines soll begriffliche und me­thodologische Kontinuität zwischen den Disziplinen hergestellt werden, statt rechtliche Begriffe und Methoden unreflektiert mit naturwissenschaftlichen zu ersetzen.

 

Forschungsergebnis: Dissertation
Projektsprache:Deutsch
Foto:Benjamin Bindewald/Unsplash

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