
Personality, Identity, and Crime
Unabhängige Forschungsgruppe
Die Forschungsgruppe Personality, Identity, and Crime befasst sich mit individuellen Unterschieden in prosozialem und antisozialem Verhalten – von Kooperation, Vertrauen und Hilfsbereitschaft bis hin zu Kriminalität und politischer Gewalt. Unsere Arbeit beruht auf der Annahme, dass stabile Persönlichkeitsmerkmale, Selbstwahrnehmungen und moralische Identität entscheidend beeinflussen, wie Menschen sich in moralisch relevanten Situationen über verschiedene Zeitpunkte und Kontexte hinweg verhalten. Ziel ist es, die Theoriebildung zu individuellen Unterschieden und sozialem Verhalten voranzutreiben, Ansätze zur Förderung prosozialen Verhaltens und zur Bekämpfung antisozialen Verhaltens zu entwickeln und zugleich die Brücke zwischen psychologischer und kriminologischer Forschung zu schlagen.
Bild: © iStock.com/Yana Tikhonova
Ein zentraler Schwerpunkt unserer Forschung liegt auf der Frage, wie Menschen ihre eigene Moral wahrnehmen und wie diese Selbstwahrnehmung ihr Verhalten beeinflusst. Häufig überschätzen Menschen ihren moralischen Charakter, was die Motivation zur Weiterentwicklung schwächt. Wir untersuchen, ob stärkere Selbsteinsicht hinsichtlich moralischer Eigenschaften Veränderungsziele anstoßen und prosoziales Verhalten fördern kann. In diesem Zusammenhang erforschen wir Interventionsansätze, die darauf abzielen, prosoziales Verhalten zu stärken und unethischem Verhalten entgegenzuwirken, und betrachten deren Langzeiteffekte auf die Persönlichkeitsentwicklung.
Neben individuellen Unterschieden in konkreten Ausdrucksformen prosozialen Verhaltens – wie selektivem Helfen oder Vertrauen – erfassen wir auch antisoziale Handlungen (auch krimineller und gewalttätiger Natur) und analysieren ihre situativen Bedingungen. So möchten wir systematischere und theoretisch fundierte Erklärungen dafür entwickeln, wie Persönlichkeit mit diesen Verhaltensbereichen verknüpft ist.
Dazu arbeiten wir u. a. mit intensiven Längsschnitt-Erhebungen im Alltag und setzen Large Language Models zur Analyse komplexer Daten ein.
Unsere Forschungskultur
Wir legen Wert auf offene und kooperative Wissenschaft, methodische Sorgfalt, intellektuelle Neugier und ein unterstützendes und von Vertrauen geprägtes Forschungsumfeld. Als Team setzen wir auf Transparenz, konstruktives Feedback und enge Zusammenarbeit. Wir verpflichten uns zu verantwortungsvoller Open Science und Mentoring über alle Karrierestufen hinweg. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite Team & Werte.
Projekte
Podcast
Identity Insights: The Psychology of Personality
In this episode, Christopher Murphy and Isabel Thielmann take a little break from crime to talk about the psychology of personality instead. Isa outlines the various personality traits that make us who we are and, just as importantly, highlights how these traits can be measured in the first place. Thereafter, Isa and Chris talk about how the research being conducted at the MPI-CSL can help to better understand not only personality traits but also how they affect both pro and anti-social behavior.
Link to Isa's homepage and articles: https://csl.mpg.de/en/isabel-thielmann




