Veranstaltungsarchiv

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Ort: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Russia's invasion of Ukraine beckons the international community to adjust international law further, to deter future wars of aggression. One way to do that is to finally do an obvious thing that should have been done after World War II: make peace an actionable fundamental human right. This lecture will discuss both how to do that and the benefits of doing so. [mehr]
In ei­nem Lei­t­ur­teil zum Be­weis­maß hat der BGH 1970 aus­ge­führt, dass für die rich­ter­li­che Über­zeu­gung ein »Grad von Ge­wiss­heit« ge­for­dert sei, der un­ter­halb ei­ner »von al­len Zwei­feln frei­en Über­zeu­gung« lie­gen mag, aber über ei­ne bloß »an Si­cher­heit gren­zen­de Wahr­schein­lich­keit« hin­aus­geht. Ers­te­res for­de­re das Be­weis­recht nicht, Letz­te­res rei­che nicht aus (BGHZ 53, 245 ff.). Aus erkennt­nis­theo­re­ti­scher Sicht ist klä­rungs­be­dürf­tig, ob in die­sen en­gen Kor­ri­dor noch ein doxas­ti­scher Zu­stand hin­ein­passt. Im BGH-Ur­teil ist von der »Über­zeu­gung«, der »Wahr­heit ei­ner Behauptung« und dem er­for­der­li­chen »Grad an Ge­wiss­heit«, die Rede, aber der Be­griff des Wis­sens, in dem die­se Ele­men­te zu­sam­men­flie­ßen und auf­ein­an­der be­zo­gen wer­den, wird ver­mie­den. In der Er­kennt­nis­theo­rie ist um­strit­ten, ob die un­auf­heb­ba­re mensch­li­che Fehl­bar­keit mit der An­nah­me zu­sam­men­passt, dass Men­schen Wis­sen er­lan­gen kön­nen. Der Vor­trag skizziert die Grund­zü­ge ei­nes fal­li­bi­lis­ti­schen Wis­sens­be­griffs und ver­gleicht die Her­aus­for­de­rung, einen an­ge­mes­se­nen Kor­ri­dor für das Be­weis­maß zu spe­zi­fi­zie­ren, mit der er­kennt­nis­theo­re­ti­schen Her­aus­for­de­rung, die mensch­li­che Irr­tums­an­fäl­lig­keit mit dem Wis­sens­an­spruch zu ver­ein­ba­ren. [mehr]
Prof. em. Dr. Klaus F. Röhl über den Vor­trag: Die Post­mo­der­ne hat das Den­ken und Ar­gu­men­tie­ren mit Di­cho­to­mi­en in Ver­ruf ge­bracht. Zu­mal die großen Di­cho­to­mi­en von Ob­jekt und Sub­jekt, Kör­per und Geist, Sein und Sol­len sind ihr ob­so­let. In­so­fern hat das The­ma einen epis­te­mo­lo­gi­schen oder, wenn man so will, phi­lo­so­phi­schen Hin­ter­grund. Auf die­sem Hin­ter­grund wuchs ei­ne Kri­tik an Recht und Rechts­wis­sen­schaft und nicht zu­letzt die Ge­sell­schafts­kri­tik des Fe­mi­nis­mus. Das al­les wer­de ich nicht ganz aus­spa­ren. Aber im Vor­der­grund ste­hen die Tra­di­ti­on und der hand­werk­li­che oder tech­no­lo­gi­sche Um­gang mit Ge­gen­be­grif­fen, Di­cho­to­mi­en und Al­ter­na­ti­ven in der Ju­rispru­denz. Auf die­se Ebe­ne bin ich auf­merk­sam ge­wor­den, als ich vor nun­mehr bald 20 Jah­ren nach Mög­lich­kei­ten der Vi­sua­li­sie­rung ju­ris­ti­scher Be­griff­lich­kei­ten such­te. Von dort führ­te der Weg in die sei­ner­zeit noch im Ent­ste­hen be­grif­fe­ne Rechts­di­dak­tik. Er­in­nert wer­den soll aber auch an Jür­gen Rö­digs Buch über »Die Denk­form der Al­ter­na­ti­ve in der Ju­rispru­denz«. Als Sprung­brett zu So­zio­lo­gie und Ge­sell­schafts­kri­tik dient dann der To­pos der Asym­me­trie der Un­ter­schei­dung. Ein prak­ti­sches Bei­spiel bie­tet die Ge­schlech­ter­dif­fe­renz. [mehr]
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