Behavioral Economics of Crime and Conflict
Unabhängige Forschungsgruppe
Wie kommt es, dass wir Menschen diejenigen sozialen Tiere sind, die als einzigartig kooperativ, kulturfähig und zivilisiert aus der Evolution hervorgegangen sind? Wie kommt es, dass wir gleichzeitig unser eigener ärgster Feind sind – uns gegenseitig entmenschlichen, unterdrücken, ausbeuten und bekämpfen? Und vor allem: Wie können wir verhindern, dass die Interessenkonflikte, die alle menschlichen Gesellschaften unweigerlich durchdringen, zu Segregation, Unterdrückung, Gewalt und Krieg eskalieren?
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Die Forschung der Gruppe trägt dazu bei, diese grundlegenden Fragen zu beantworten. Wir nutzen unsere methodische Expertise in Verhaltensökonomik, insbesondere formale Modellierung, Verhaltensexperimente und angewandte Mikroökonomik, um die Schattenseiten menschlichen Verhaltens zu untersuchen – zum Beispiel: Diskriminierung, Ausbeutung, Gewalt und Konflikt. Darüber hinaus liefern wir ökonomische Analysen und Politikempfehlungen in den Anwendungsbereichen unserer Forschung, wie Cyberkriminalität und Polizeiarbeit. Wir sind ein junges, hoch engagiertes und interdisziplinäres Forschungsteam mit dem Ziel, theoretisch fundierte und transparente Spitzenforschung zu betreiben, die den Standards von Open Science entspricht.
Projekte
Projektleitung: Hannes Rusch
Ausbeutung kennt viele Formen, von Lohndiebstahl über Menschenhandel bis hin zu Zwangsarbeit. Trotz anhaltender Forderungen, gegen Ausbeutung vorzugehen, sind die Grundlagen dieses Problems nach wie vor stark untererforscht: Wir wissen zu wenig über Verbreitung, Auswirkungen und Gegenstrategien.
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Co-Projektleitung: Hannes Rusch
Die unsichtbaren Folgen von Cyberkriminalität reichen weit über vereinzelte schlagzeilenträchtige Hacks hinaus. Finanzielle Verluste sind dabei nur der Anfang: Jeder Angriff zieht Kreise, führt zu psychischen Belastungen, verursacht Reputationsschäden und verunsichert die Öffentlichkeit ein kleines Stück mehr.
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Projektleitung: Hannes Rusch
Individuelle Lebenschancen in Europa hängen de facto von Gruppenmitgliedschaften ab, die de jure keine Rolle spielen sollten – was z. B. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen veranlasste, Anstrengungen zur Beantwortung der Frage zu fordern: „Weshalb verschwinden Rassismus und Diskriminierung nicht aus unseren Gesellschaften?“
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Mitarbeit: Hannes Rusch, Julia Teufel
Im anwendungsorientierten Projekt „PV“ überführen wir die Erkenntnisse aus dem EU-geförderten Projekt „DISGRID“ in die Praxis. Ziel ist die maßgeschneiderte Verbesserung der Ausbildung an der Fachhochschule Polizei Sachsen-Anhalt mithilfe wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden.
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Projektleitung: Matthias Burghart, Hannes Rusch, Isabel Thielmann
Können psychologische Testverfahren zur Erfassung individueller Unterschiede bestehende Auswahlprozesse der Landespolizeien in Deutschland sinnvoll ergänzen? – Die Landespolizeien in Deutschland erhalten jährlich tausende Bewerbungen und müssen daraus die am besten geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten für den Polizeidienst auswählen. In…
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Aktuelle Publikationen
Rusch, H. (2026). Human exploitation and trafficking. Annual Review of Criminology, 10, 4.1–4.25. doi:10.1146/annurev-criminol-052626-041327
Teufel, J., Kibbe, A., Bartsch, N., & Rusch, H. (2026). Joining the force — German police students’ dynamic development during their training. Zeitschrift für Psychologie.
Rusch, H., Schmitt, M. L., Teufel, J., & Vater, T. M. (2026). Exploitation: theory and practice. In C. Luetge & M. Thejls Ziegler (Hrsg.), Handbook of the philosophical foundations of business ethics. Dordrecht: Springer. doi:10.1007/978-94-007-6176-6_115-1