Der Kopf einer Person mit einer stilisierten, halbtransparenten Überlagerung eines digitalen Gehirnnetzwerks, das verschiedene aufleuchtende Linien zeigt. Eine Linie ist mit "Individual Differences" beschriftet, eine andere mit "Decision-Making", eine dritte mit "Perception" und eine vierte mit "Crime" (in roter Schrift). Die Person blickt geradeaus und trägt eine Virtual-Reality-Brille. Der Hintergrund ist eine leicht unscharfe, moderne städtische Umgebung bei Nacht.

Individuelle Unterschiede und Wahrnehmung bei kriminellem Entscheidungsverhalten

Max-Planck-Partnergruppe

Die Max-Planck-Partnergruppe zwischen der University of Alabama (UA) und dem Max-Planck-Institut zur Er­for­schung von Kriminalität, Sicherheit und Recht ist Teil einer Initiative zur Stärkung der inter­na­tio­na­len Zusammen­arbeit zwischen Max-Planck-Instituten und führenden Forschungseinrichtungen im Ausland.

Grafik: © Gemini AI


 

Forschungsschwerpunkt: Wahrnehmung krimineller Gelegenheiten

Der Forschungsansatz schließt eine zentrale Lücke in der kriminologischen Theorie. Statt Wahrnehmung nur als subjektiven Prozess zu sehen, untersuchet das Team, wie individuelle Unterschiede – insbesondere Motivation – beeinflussen, ob Menschen eine Situation als kriminelle Gelegenheit wahrnehmen.

Erkenntnisse aus Virtual-Reality-Studien

Erste Ergebnisse aus Virtual-Reality-Simulationen liefern klare Hinweise:
Als inhaftierte Personen mit Einbruchserfahrung eine virtuelle Wohngegend erkundeten, zeigte sich, wie Motivation ihre Wahrnehmung derselben Situation veränderte:

  • Weniger erfahrene Straftäter interpretierten Anzeichen für Waffenbesitz als Abschreckung und fürchteten eine mögliche Konfrontation.
  • Erfahrene Straftäter sahen Schusswaffen dagegen als wertvolle und leicht verkäufliche Beute.

Eine Theorie zu Motivation und Wahrnehmung

Unter der Leitung von Dr. William (Patrick) McClanahan und mit Prof. Jean-Louis van Gelder als nominierendem Direktor und Ansprechpartner am Max-Planck-Institut entwickelt die Gruppe eine Theorie, die Motivation als zentrales Element in der Wahrnehmung krimineller Gelegenheiten verankert. 

Die Partnergruppe wird:

  • unterschiedliche Arten von Motivation identifizieren und empirisch prüfen,
  • deren Einfluss auf Risiko- und Nutzenabwägungen analysieren,
  • innovative, partizipative Methoden und immersive Virtual Reality einsetzen, um direkt mit Straftätern zu arbeiten.

Mit diesem umfassenderen Rahmen für die Vorhersage kriminellen Verhaltens können strafrechtliche Maßnahmen und Präventionsstrategien künftig wirksamer gestaltet werden. Unser übergeordnetes Ziel: Das theoretische Verständnis individueller Unterschiede in der Wahrnehmung von Tatgelegenheiten weiterentwickeln – und damit einen nachhaltigen Beitrag zur internationalen Kriminologie leisten.


Projekt

virtual reality/Nachbarschaft, Straßenzug mit Häuser und Vorgärten

Projektleitung: Jean-Louis van Gelder
Das Projekt Virtual Burglary ist ein Forschungsprogramm, das zusammen mit Prof. Claire Nee (University of Portsmouth) und in Kollaboration mit Wissen­schaft­lern der Leiden University und der Vrije Universiteit Amsterdam durch­ge­führt wird. Das Projekt verwendet einen VR Ansatz, um das Verhalten von Einbrechern… mehr

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