Heith Copes liefert neue Denkanstöße am Max-Planck-Institut

Scholar in Residence erforscht kriminelle Motive

28. Februar 2025

Heith Copes, ein renommierter Professor für Strafrecht an der University of Alabama, ist seit Februar 2025 Gastwissenschaftler am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht in Freiburg. Anhand von qualitativen Methoden und sogenannten narrativen Ansätzen forscht er derzeit hauptsächlich zu Drogenkonsum und Kriminalität. So analysiert er die Entscheidungsstrategien von Personen, die an Straftaten wie Carjacking, Autodiebstahl, Identitätsdiebstahl und Methamphetaminherstellung beteiligt sind.

Copes befasst sich damit, auf welchen Wegen Personen straffällig werden und welche Motivation dahintersteht. Auch die Strategien von Straftätern, um mit kriminellen Aktivitäten verbundenen Risiken zu begegnen und sie zu minieren, stehen im Zentrum seiner Arbeit. Er interessiert sich besonders dafür, wie bestimmte Entscheidungsfaktoren – wie das Erfinden von Ausreden, Risikominderung und soziale Bindungen – dazu beitragen, ob Personen auf lange Sicht kriminell agieren oder nicht. In seiner neuesten Forschung setzt er diesbezüglich auf Methoden der Foto-Elizitation, d. h. das Hinzuziehen von Fotos, um Versuchspersonen Informationen zu „entlocken“, um herauszufinden, wie Menschen ihre Lebensumstände und kriminellen Handlungen wahrnehmen und verstehen.

2023 war Copes schon einmal zu Gast am Institut und erinnert sich noch gut an seine Erfahrungen: „Ich habe meine Zeit hier sehr genossen und viele Kontakte geknüpft. Einige davon bestehen noch heute. Als ich vom Scholar-in-Residence-Programm erfuhr, freute ich mich über die Möglichkeit, länger zu bleiben und die Menschen hier am MPI noch besser kennenzulernen. Ich habe mich beworben und hatte Glück“, so Copes.

Während seiner Zeit in Freiburg plant er, seine ethnografische Forschung vorzustellen, einen Workshop über qualitative Metasynthese (QMS) durchzuführen und gemeinsam mit seinen Kollegen Jean-Louis van Gelder, Leiter der Abteilung für Kriminologie am Max-Planck-Institut, und Volkan Topalli von der Georgia State University an einem Forschungssymposium zu arbeiten, das unterschiedlichste Methoden berücksichtigt.

Für Copes und seine Frau ist Freiburg mit seiner Mischung aus Großstadtangebot und Kleinstadtcharme ein idealer Standort. „Der tägliche Gang zur Bäckerei darf bei uns nicht fehlen. Das würden wir uns in den USA auch wünschen. Auch den Frühling können wir kaum erwarten, wenn die Stadt wirklich zum Leben erwacht“, sagt der Wissenschaftler.

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