Bei diesem langjährigen Forschung­s­pro­jekt ge­ht es um eine Ana­lyse der stra­frecht­lichen Um­welts­chutznor­men und ihr­er Funk­tions­bedin­gun­gen in­ner­halb des je­w­ei­li­gen Rechtssys­tems. Dabei er­mög­lichen es die bish­eri­gen Forschung­sergeb­n­isse nicht nur, son­dern ver­p­f­licht­en geradezu dazu, zu ak­tuel­len Frages­tel­lungen auf na­tionaler und in­ter­na­tionaler Ebene Stel­lung zu bez­iehen und das Pro­jekt­design ents­prechend weit­erzuentwick­eln. Dies be­t­rifft et­wa die Mit­arbeit des Pro­jektleit­ers an der Kon­ven­tion des Euro­pa­r­ats zum Schutz der Um­welt durch Stra­frecht, die EU-Richt­linie über den stra­frecht­lichen Schutz der Um­welt von 2001 sow­ie ein An­schlusspro­jekt im Auftrag der EU, die Im­ple­ment­a­tion europäis­cher Vor­gaben zum stra­frecht­lichen Schutz der Um­welt in den Mit­glied­staaten zu über­prüfen. Dieses An­schlusspro­jekt wird derzeit ver­ant­wort­lich von dem Pro­jektleit­er in Zusammen­arbeit mit dem Forschungsin­sti­tut METRO, Uni­versität Maastricht, durchge­führt.

Die Basis sol­cher Grundla­gen­forschung wurde er­mög­licht durch Landes­berichte, die sich nicht mit der blossen Dok­u­ment­a­tion des je­w­ei­li­gen Um­welt­stra­frechts begnü­gen, son­dern sich um das Aufzei­gen von Struk­tur­merk­malen und Funk­tions­bedin­gun­gen des Stra­frechts im ges­amten Rechtsge­füge be­mühen. Ver­öf­fent­licht wur­den bis­lang Landes­berichte zum "Um­welt­stra­frecht in Eng­land, Kanada und den USA" (hrsg. v. Es­er/Heine, 1994), "Um­welt­stra­frecht in den nor­dis­chen Ländern" (hrsg. v. Cornils/Heine, 1994), "Um­welt­stra­frecht in os­teuropäis­chen Ländern" (hrsg. v. Heine, 1995) und "Um­welt­stra­frecht in mit­tel- und südeuropäis­chen Ländern" (hrsg. v. Heine, 1997). Diese Landes­berichte stel­len ein­en bis­lang nicht er­mög­licht­en Fundus zu Grundmerk­malen stra­frecht­lich­er Ein­fluss­nahme zur Ver­fü­gung, der Schlussfol­ger­ungen über das ursprüng­liche Ziel (Schutz der Um­welt) hinaus nahe legt und ex­em­plar­isch auch Gewinn ver­spricht für die En­twicklung in­ter­na­tionaler Leitlini­en zur Stra­frechts­dog­matik und Krim­in­al­politik in den Risiko­gesell­schaften. Dieses Ge­wahr­wer­den von grundle­genden Kon­sequen­zen führte zu der Erken­nt­nis, dass der Er­trag des Forschung­s­pro­jekts nicht bloß in einem ein­zi­gen Ab­schlussbericht zu sich­ern ist, auch zu­mal mehr­fach Ergeb­n­isse pub­liz­iert wur­den und mono­graph­is­che Ver­tie­fun­gen zen­t­raler Frages­tel­lungen, et­wa zur Re­form des Um­welt­stra­frechts in Deutsch­land, zur Ver­ant­wort­lich­keit von Un­terneh­men bei Großrisiken oder zum Span­nungs­feld von um­wel­trecht­lichen Of­fen­bar­ung­sp­f­licht­en und strafver­fahrens­recht­lichen Garantien, der Öf­fent­lich­keit zur Ver­fü­gung ges­tellt wur­den. Wichtige En­twicklun­gen des Um­welt­stra­frechts wur­den im Tätigkeits­bericht 1998/1999 näh­er darges­tellt.

Im Jahre 2000 kon­nte die Dok­u­ment­a­tion "En­vir­on­ment­al Crim­in­al Law in the European Uni­on" mit ein­er kom­men­tier­ten Ein­führung in das Um­welts­chutzrecht von 15 EU-Mit­glied­staaten in Zusammen­arbeit mit dem Forschungsin­sti­tut METRO, Uni­versität Mastricht, und dem Lehr­stuhl des Pro­jek­tkoordin­at­ors ver­öf­fent­licht wer­den.

Auf dieser breit­en Basis der bish­er erarbeiteten Forschung­sergeb­n­isse wird am ab­schließenden rechts­ver­gleichenden Quer­schnitt mit Nachdruck gearbeitet. Ber­ück­sichtigt wer­den dabei recht­liche und tat­säch­liche Be­funde zu 32 Ländern. En­twick­elt wer­den dabei recht­liche Mod­elle stra­frecht­lichen Um­welts­chutzes im Längsschnitt, die es Forschung, Lehre und den Ge­set­zge­bern er­lauben, Vor- und Nachteile gel­tenden Um­welt­stra­frechts kon­sist­enter als bis­lang aus­zutar­i­er­en. Zugleich wird ein Beitrag zur Har­mon­is­ier­ung des Um­welt­stra­frechts geleistet.