Ortmann, R. (2002). Sozialtherapie im Strafvollzug : Eine experimentelle Längsschnittstudie zu den Wirkungen von Strafvollzugsmaßnahmen auf Legal- und Sozialbewährung (Vol. K 103) Kriminologische Forschungsberichte aus dem Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht. Freiburg i. Br.: edition iuscrim.
Sozialtherapie im Strafvollzug gilt seit der Reform- und Aufbruchstimmung in Kriminalpolitk und Strafrecht der 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Modell für einen humanen und im Hinblick auf die zukünftige Legalbewährung erfolgreichen Umgang einer Gesellschaft mit Straftätern. Erfolge sozialtherapeutischer Maßnahmen werden so auch als Indikator einer durch Strafrecht und Strafvollzug möglichen Kontrolle abweichenden Verhaltens gewertet und als Bestätigung einer auf die Persönlichkeit des Täters ausgerichteten Kriminalitätstheorie des Gesetzgebers. In diesem Umfeld kriminalpolitischer Hoffnungen und Erwartungen werden in der vorliegenden Längsschnittstudie zum Erfolg sozialtherapeutischer Maßnahmen im Strafvollzug von Nordrhein-Westfalen durch ein echtes Experiment wirklich vergleichbare Untersuchungsgruppen hergestellt. Zudem wird die Frage nach dem Erfolg der Sozialtherapie eingebettet in die viel allgemeinere Frage nach den Einflussfaktoren von Rückfallkriminalität, wozu auch die Bedingungen eines Gefängnisses selbst, die Persönlichkeit des Häftlings und seine soziale Situation nach der Entlassung aus der Haft gehören. Der Vergleich der Wirkung dieser und weiterer Merkmalsbereiche auf die Rückfallkriminalität erlaubt eine Einschätzung, was an Unterstützung für ein in Zukunft straffreies Leben im Strafvollzug überhaupt möglich ist und welche Bedeutung die Persönlichkeit des Täters dabei tatsächlich hat. Die Monographie berichtet, unterstützt durch einen umfangreichen Tabellenanhang, über Theorie, Anlage, Durchführung, Ergebnisse und Empfehlungen der Studie.