Etzel, J. (1993). Notstand und Pflichtenkollision im amerikanischen Strafrecht (Vol. S 37) Beiträge und Materialien aus dem Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht. Freiburg i. Br.: edition iuscrim.
Die Arbeit versteht sich als ein Beitrag im Rahmen eines längerfristig angelegten Forschungsprojekts, das am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg i.Br. unter dem Titel "Rechtfertigung und Entschuldigung" begonnen wurde und nunmehr als "allgemeiner strafrechtlicher Strukturvergleich" fortgeführt wird. Ausgangspunkt und ein wichtiger Teil des Projekts sind die Untersuchung und der Vergleich von Strafausschließungsgründen in unterschiedlichen Rechtsordnungen. Ausgehend von der Tatsache, daß das Notstandsrecht von allen strafrechtlichen Problemstellungen wohl am besten die moralischen und strafrechtlichen Wertvorstellungen einer bestimmten Gesellschaft zu einer bestimmten Zeit verkörpert, versucht die Arbeit eine umfassende Analyse und Würdigung des Notstandsrechts (einschließlich der Pflichtenkollision) im amerikanischen Strafrecht. Berücksichtigt werden die historische Entwicklung und die Rahmenbedingungen des Notstandsrechts, die gesetzlichen Bestimmungen sowie die Haltung von Rechtsprechung und Literatur. Die Wahl des amerikanischen Rechts als Untersuchungsgegenstand erklärt sich nicht nur aus dem Umstand, daß das Common Law angesichts der Unterschiede zum kontinental-europäischen Recht bei einer solchen Untersuchung besondere Beachtung verdient, sondern auch aus der Tatsache, daß das Notstandsrecht - nicht zuletzt aufgrund neuerer legislativer Entwicklungen und gerichtlicher Entscheidungen - seit einiger Zeit in der amerikanischen Strafrechtswissenschaft verstärkt diskutiert wird.