Less, S. (1989). Die Unterbringung von Geisteskranken : eine rechtsvergleichende Kritik der Zwangseinweisung in psychiatrische Krankenhäuser in den USA und der Bundesrepublik Deutschland (Vol. S 13) Beiträge und Materialien aus dem Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht. Freiburg i. Br.: edition iuscrim.
Eine in vielen Ländern zunehmend zur Diskussion gestellte Unsicherheit im Hinblick auf die Voraussetzungen für die bürgerlich-, öffentlich- und strafrechtliche Zwangseinweisung von Geisteskranken hat diesen Rechtsvergleich angeregt. Aus dem Vergleich der materiell-, formell- und beweisrechtlichen Regelungen der USA und der Bundesrepublik werden kritische Bewertungen abgeleitet. Das Ziel der Arbeit besteht darin, die Schwerpunkte für eine begründete Kritik beider Rechtsordnungen aufzuzeigen und Anregungen für ihre Reform zu geben. Sie rät deutlich zur Ablehnung jeglicher Ausdehnung von Unterbringungsmöglichkeiten, insbesondere derjenigen, die durch eine Erweiterung der auf dem Fürsorgegedanken beruhenden bürgerlichrechtlichen Unterbringung entstehen könnte. Die Arbeit fordert zu einer juristischen Präzisierung der materiellen Voraussetzungen, zu einer Stärkung der verfahrensmäßigen Garantien und zu einer Verringerung der Abhängigkeit des Richters von Sachverständigen auf. The increasing attention devoted in many countries to the legal uncertainties surrounding involuntary commitment of the mentally ill inspired this study, which examines the substantive, procedural and evidentiary rules for commitment to psychiatric institutions in the United States and the Federal Republic of Germany. Critical evaluation is based on comparison of the applicable American and German criminal laws, guardianship laws and mental health laws. The primary object of this study is to highlight the main points for a justified critique of both systems and to provide suggestions for these systems' reforms. This study plainly recommends the rejection of any expansion of commitment possibilities, particularly the expansion which may arise through a "liberalization" of the law on guardianship commitment. The study calls for a more precise legal definition of the substantive standards for commitment, for a strengthening of procedural safeguards and for a reduction of dependence by the courts on medical experts.