Arnold, J. (Ed.). (1996). Die Normalität des Strafrechts der DDR. Band 2: Die gerichtliche Überprüfung von Geständnis und Geständniswiderruf im Strafverfahren (Vol. S 52.2) Beiträge und Materialien aus dem Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht. Freiburg im Breisgau: Ed. Iuscrim, Max-Planck-Institut für Ausländisches und Internationales Strafrecht.
In der DDR-Justiz sorgten in den achtziger Jahren bestimmte Strafverfahren, insbesondere Mord- und Brandfälle, für Aufsehen: Personen wurden verurteilt, obwohl sie nicht die Täter waren. Die Gerichte hatten die Geständnisse bzw. die Geständniswiderrufe der Angeklagten fehlerhaft bewertet. Arnolds kritische Analyse dieser Strafverfahren setzt sich sowohl mit den Gründen für die Fehlurteile als auch mit den durch das Oberste Gericht der DDR vorgenommenen Fehlerkorrekturen auseinander. Die Arbeit versteht sich damit als eine konkretisierende Fortführung von in Band 1 "Gesammelte Beiträge und Dokumente" aufgeworfenen Fragestellungen. Sie fragt nach dem Stellenwert der entsprechenden beweisrechtlichen Problematik in der BRD und zeigt auf, daß die Erforschung der DDR-Vergangenheit auch auf die Gegenwart zu beziehen ist. In diesem Kontext steht das beide Bände beschließende Nachwort von Eser, mit dem die Verwendung des Begriffs "Normalität" verdeutlicht wird.