Das Projekt hat das Ziel, Gesetzgebern, Praktikern und Wissenschaftlern in Europa darüber zu informieren, welche gesetzlichen Neuerungen derzeit zu verzeichnen sind, mit welchen Reformvorhaben zu rechnen ist, inwieweit die Rechtsprechung neue Wege geht, welche Probleme die Wissenschaft bewegen und was sonst an strafrechtlich Bemerkenswertem zu beobachten ist. Die gegenwärtige Darstellung ist die fünfte Aufzeichnung der strafrechtlich relevanten Ereignisse seit Beginn der 80er Jahre.

Die Be­richts­län­der sind nicht auf die Mit­glieds­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Uni­on be­schränkt. Be­son­ders im 2. Teil­band der ak­tu­el­len (fünf­ten) Pro­jekt­stu­fe er­schei­nen Be­rich­te über zahl­rei­che Rechts­ord­nun­gen von Nach­bar­län­dern, de­ren Straf­rechts­ord­nun­gen als (noch) Nicht­mit­glied bis­her in der Öf­fent­lich­keit und in Fach­krei­sen nicht die not­wen­di­ge Be­ach­tung fin­den. Ge­ra­de in die­sen Rechts­ord­nun­gen ist die Ent­wick­lung durch den Pro­zess der Ab­lö­sung von so­wje­tisch be­ein­flus­s­ter Kri­mi­nal­po­li­tik und der Ver­such ei­ner grund­le­gen­den Er­neue­rung des Straf­rechts un­ter ver­än­der­ten po­li­ti­schen, ge­sell­schaft­li­chen und wirt­schaft­li­chen Be­din­gun­gen so­wie un­ter dem Druck zu­vor un­be­kann­ter Kri­mi­na­li­täts­for­men und -aus­ma­ße ge­kenn­zeich­net. Die Au­to­ren der Län­der­be­rich­te ha­ben die­sen Er­neue­rungs­pro­zess zum Teil mit­ge­stal­tet oder ihn aus un­mit­tel­ba­rer Nä­he be­ob­ach­ten kön­nen.

In den Mit­glieds­staa­ten der EU sind eben­falls grund­le­gen­de Er­neue­run­gen des ma­te­ri­el­len wie des pro­zes­sua­len Re­ge­lungs­werks, aber auch der Straf­ver­fol­gungs­struk­tu­ren zu ver­zeich­nen, die wei­ter­hin durch die Be­kämp­fung der or­ga­ni­sier­ten und grenz­über­schrei­ten­den Kri­mi­na­li­tät ver­ur­sacht wur­den. Auch die Be­mü­hun­gen um einen ge­mein­sa­men eu­ro­päi­schen Rechts­raum ha­ben wei­te­re Fort­schrit­te ge­macht, wo­bei der Schutz der fi­nan­zi­el­len In­ter­es­sen der EU, die Ver­hü­tung der Kor­rup­ti­on und das Stre­ben nach ei­nem ver­ein­fach­ten Aus­lie­fe­rungs­ver­fah­ren hier ge­wis­se "Lo­ko­mo­tiv­funk­ti­on" ha­ben.

Das Pro­jekt bie­tet ein gu­tes Bei­spiel für die Zu­sam­men­ar­beit des In­sti­tuts mit aus­län­di­schen Wis­sen­schaft­lern. Ne­ben spe­zia­li­sier­ten Re­fe­ren­ten des In­sti­tuts wur­den 25 aus­wär­ti­ge Au­to­ren ge­won­nen, mit de­ren Hil­fe die stän­dig wach­sen­de Fül­le des Ma­te­ri­als in über­schau­ba­re und brauch­ba­re Form ge­gos­sen wur­de. Die Be­rich­te über die Ent­wick­lung in Bel­gi­en und in Ita­li­en sind gleich­zei­tig in der Lan­des­s­pra­che in den je­wei­li­gen Län­dern ver­öf­fent­licht wor­den.