Das Forschungsvorhaben stellte die Fortsetzung des mit dem Band "Besondere Ermittlungsmaßnahmen gegen die organisierte Kriminalität" begonnenen Projekts dar. Die zu Beginn der neunziger Jahre zunächst als Gutachten für das Bayerische Justizministerium erstellten und 1993 veröffentlichten Landesberichte behandelten mit den Rechtsgrundlagen und der Rechtswirklichkeit der besonderen Ermittlungsmaßnahmen einem Teilaspekt des Kampfes gegen die organisierte Kriminalität, der in Deutschland im Vorfeld des Erlasses des OrgKG von 1992 große Aktualität gewonnen hatte.

Die ra­sche Ent­wick­lung der Ge­setz­ge­bung auf die­sem Ge­biet mach­te schon bald ei­ne neue Be­stands­auf­nah­me der recht­li­chen Be­wäl­ti­gung von Er­schei­nungs­for­men der or­ga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät im In- und Aus­land not­wen­dig, nach­dem das Geld­wä­sche­ge­setz von 1993, das Ver­bre­chens­be­kämp­fungs­ge­setz von 1994 und die Fern­mel­de­über­wa­chungs-Ver­ord­nung 1995 die Be­deu­tung die­ser ge­ziel­ten Ge­setz­ge­bung ver­tief­ten. Für die­se zwei­te Pha­se wur­de das The­ma über die be­son­de­ren Er­mitt­lungs­maß­nah­men hin­aus auf die ge­sam­te Pa­let­te der recht­li­chen In­itia­ti­ven er­streckt, um ein um­fas­sen­des Bild der Si­tua­ti­on zu er­stel­len.

Die Ar­beit hieran be­gann mit fi­nan­zi­el­ler Un­ter­stüt­zung der Thys­sen-Stif­tung mit ei­nem Kol­lo­qui­um in Leip­zig (28.-31. März 1996), auf dem Über­blicks­re­fe­ra­te zur le­gis­la­to­ri­schen Ak­ti­vi­tät in neun Län­dern der EU, in der Schweiz, den USA und der Tür­kei ge­hal­ten wur­den. Gleich­zei­tig wur­de ein "Eu­ro­päi­scher Ar­beits­kreis zu recht­li­chen In­itia­ti­ven ge­gen die or­ga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät" ge­grün­det, um die Zu­sam­men­ar­beit auf die­sem Ge­biet zu in­ten­si­vie­ren.

Die stark er­wei­ter­ten und nach ei­ner ein­heit­li­chen Glie­de­rung er­stell­ten Lan­des­be­rich­te über die neue­ren straf­recht­li­chen Ent­wick­lun­gen ge­gen die Er­schei­nungs­for­men der or­ga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät in den Län­dern Deutsch­land, Dä­ne­mark, Po­len, Ös­ter­reich, Eng­land, Frank­reich, Ita­li­en, Nie­der­lan­de, Tür­kei, Spa­ni­en, USA und Schweiz so­wie ein Be­richt über die su­pra­na­tio­na­len Maß­nah­men in Eu­ro­pa wer­den durch einen rechts­ver­glei­chen­der Quer­schnitt ab­ge­run­det.

Der Band wur­de im Jahr 2000 für die Ver­öf­fent­li­chung vor­be­rei­tet und er­schi­en im Fe­bru­ar 2001 als Bd. S 84 in der in­sti­tuts­ei­ge­nen Rei­he edi­ti­on ius­crim un­ter dem Ti­tel: Gropp, W./Hu­ber, B. (Hrsg.), Recht­li­che In­itia­ti­ven ge­gen or­ga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät. Frei­burg, 995 S.

Den Ab­schluss des Pro­jekts bil­de­te ein vom 22.-29.9.2001 durch­ge­führ­tes in­ter­na­tio­na­les Kol­lo­qui­um über "Maß­nah­men ge­gen or­ga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät im Rechts­staat: Mög­lich­kei­ten und Gren­zen", das die Uni­ver­si­tä­ten Gies­sen und Iz­mir aus­rich­te­ten. Die Bei­trä­ge zu die­ser Ver­an­stal­tung sol­len vom tür­ki­schen Ver­an­stal­ter in tür­ki­scher und deut­scher Spra­che ver­öf­fent­licht wer­den.