Strafbarkeit der Geldwäsche als Firewall der legalen Wirtschaft © StockPhotoAstur

Woran scheitern die Behörden gegenwärtig beim Vorgehen gegen professionelle Geldwäscher und komplexe Geldwäschemethoden? Senior Researcher Benjamin Vogel plädiert für ein Umdenken im bisherigen Strafrecht.


Deutschland muss bis Ende des Jahres die Richtlinie 2018/1673/EU über die strafrechtliche Bekämpfung der Geldwäsche in nationales Recht umsetzen. Unmittelbar bevor steht zudem eine internationale Evaluierung der Bundesrepublik durch die Financial Action Task Force, welche die Effektivität der nationalen Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung einer strengen Prüfung unterziehen wird. Deren Ergebnisse werden insoweit für die internationale Glaubwürdigkeit Deutschlands in den kommenden Jahren prägend sein. Auch deshalb sollte es der Gesetzgeber bei der anstehenden Reform nicht bei einer Anpassung an die europarechtlichen Vorgaben belassen - denn der bisherige § 261 StGB ist vor allem im Hinblick auf professionelle Geldwäscher und komplexe Geldwäschemethoden nachweislich gescheitert. Diese kriminalpolitisch besonders relevanten Formen des Einschleusens kriminellen Vermögens können bisher kaum geahndet werden.

In seiner Publikation "Strafbarkeit der Geldwäsche als Firewall der legalen Wirtschaft - Plädoyer für eine grundlegende Reform des § 261 StGB" plädiert Senior Researcher Dr. Benjamin Vogel für ein Umdenken im bisherigen Strafrecht und skizziert einen entsprechenden Vorschlag zur Ergänzung des § 261 StGB. Benjamin Vogel ist Leiter des Projekts "Illegale Finanzflüsse".