Otto-Hahn-Medaillen für Linn Katharina Döring und Nicolas von zur Mühlen

Dr. Linn Ka­tha­ri­na Dö­ring und Dr. Ni­co­las von zur Müh­len er­hal­ten die Ot­to-Hahn-Me­dail­le der Max-Planck-Ge­sell­schaft für das Jahr 2018.


Dr. Linn Ka­tha­ri­na Dö­ring und Dr. Ni­co­las von zur Müh­len er­hal­ten die Ot­to-Hahn-Me­dail­le der Max-Planck-Ge­sell­schaft für das Jahr 2018. Bei­de Preis­trä­ger ha­ben ih­re Pro­mo­ti­on am Frei­bur­ger Max-Planck-In­sti­tut für aus­län­di­sches und in­ter­na­tio­na­les Straf­recht ver­fasst, Dö­ring in der Ab­tei­lung Kri­mi­no­lo­gie und von zur Müh­len in der Ab­tei­lung Straf­recht.

Linn Ka­tha­ri­na Dö­ring wur­de für ih­re Dis­ser­ta­ti­on zum The­ma "So­zi­al­ar­bei­ter vor Ge­richt? Grund und Gren­zen ei­ner Kri­mi­na­li­sie­rung un­ter­las­se­ner staat­li­cher Schutz­maß­nah­men in töd­li­chen Kin­der­schutz­fäl­len in Deutsch­land und Eng­land" aus­ge­zeich­net.

Im Zen­trum ih­rer Dis­ser­ta­ti­on steht die mög­li­che Straf­bar­keit von Fach­kräf­ten der Kin­der- und Ju­gend­hil­fe we­gen fahr­läs­si­ger Tö­tung - ein The­ma, das in re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den ho­he öf­fent­li­che Auf­merk­sam­keit er­regt. Der Ver­fas­se­rin sei es ge­lun­gen, al­le re­le­van­ten straf­recht­li­chen, kri­mi­no­lo­gi­schen, so­zio­lo­gi­schen und rechts- und ge­sell­schafts­po­li­ti­schen Fra­ge­stel­lun­gen fun­diert und er­schöp­fend zu be­han­deln, hieß es von Sei­ten der Ju­ry. Die Ar­beit ha­be das Po­ten­zi­al ei­nes Stan­dard­wer­kes, das für al­le, die sich ernst­haft mit der The­ma­tik aus­ein­an­der­set­zen, zur Pflicht­lek­tü­re wer­den dürf­te.

Ni­co­las von zur Müh­len er­hält die Aus­zeich­nung für sei­ne Dis­ser­ta­ti­on zum The­ma "Zu­grif­fe auf In­ter­net­kom­mu­ni­ka­ti­on. Ei­ne ver­fas­sungs- und straf­pro­zess­recht­li­che Ana­ly­se".

Die Dok­tor­ar­beit iden­ti­fi­ziert und ana­ly­siert die Grund­la­gen­fra­gen beim Zu­griff von Er­mitt­lungs­be­hör­den auf elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on. Letz­te­re durch­dringt mitt­ler­wei­le fast al­le Le­bens­be­rei­che, von ent­spre­chend großer Be­deu­tung für Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den sind da­her Zu­grif­fe auf die in die­sem Rah­men an­fal­len­den di­gi­ta­len Spu­ren. Die da­mit ver­bun­de­nen Er­mitt­lungs­maß­nah­men ge­hen je­doch oft nicht nur mit tief­ge­hen­den Ein­bli­cken in die Per­sön­lich­keit des Ein­zel­nen ein­her, son­dern ge­stal­ten sich auch auf­grund des ra­san­ten Wan­dels der zu­grun­de lie­gen­den Tech­no­lo­gi­en in tech­ni­scher wie recht­li­cher Hin­sicht zu­neh­mend kom­plex. Laut der Ju­ry löst die Ar­beit „die­se Pro­ble­me so­wohl auf der ver­fas­sungs­recht­li­chen als auch straf­pro­zes­sua­len Ebe­ne und ent­wi­ckelt ein stim­mi­ges Re­form­kon­zept für die Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­über­wa­chung und den Zu­griff auf Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­da­ten im In­ter­net“.

Die Max-Planck-Ge­sell­schaft ver­leiht die Aus­zeich­nung an be­son­ders be­gab­te Nach­wuchs­wis­sen­schaft­ler*in­nen, die hier­durch zu ei­ner spä­te­ren Hoch­schul- oder For­scher­kar­rie­re mo­ti­viert wer­den sol­len. Ge­ehrt wer­den her­aus­ra­gen­de wis­sen­schaft­li­che Leis­tun­gen, die in der Re­gel im Zu­sam­men­hang mit ei­ner Dok­tor­ar­beit er­bracht wur­den. Linn Ka­tha­ri­na Dö­ring und Ni­co­las von zur Müh­len nah­men die Me­dail­len am 26. Ju­ni 2019 in Ham­burg ent­ge­gen. Die Aus­zeich­nung ist mit ei­nem An­er­ken­nungs­be­trag von je­weils 7500 Eu­ro ver­bun­den. Seit 1978 ha­ben gut 970 Wis­sen­schaft­ler*in­nen ei­ne Ot­to-Hahn-Me­dail­le er­hal­ten.