„Maceió, Brasilien: Die Jugend, die Straße und der Zyklus der Gewalt“ © Stefan Schwendtner

Die brasilianische Millionen-Stadt Maceió gilt als eine der gewalttätigsten Städte der Welt, insbesondere was die Gewalt von Jugendlichen angeht. Der Jurist Cléssio Moura de Souza ist für seine Forschung in diesen Hotspot gereist und hat Gefängnisse, Jugendhaftanstalten und junge Leute auf der Straße aufgesucht, umfassend befragt und fotografiert.


Für seine Doktorarbeit interviewte er junge Männer, die Gewalttaten wie Raub, Mord oder Sexualdelikte begangen haben, und dokumentierte ihren Weg durch das brasilianische Justizsystem. Was ursprünglich als reine Feldforschung geplant war, weitete sich zu einem Fotoprojekt mit mehr als 4.000 Fotos aus.

Entstanden ist ein Zyklus, der den gesamten Verlauf einer kriminellen Karriere in Maceió zeigt – von den Ursachen der Kriminalität - die trostlosen Elendsviertel, die Arbeitslosigkeit und die Armut – zum harten Alltag in den unterschiedlichen Haftanstalten, bis hin zum kleinen Hoffnungsschimmer auf ein neues Leben jenseits der Gefängnismauern.

Nachdem eine Auswahl der Bilder im Herbst 2018 am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg, und damit erstmals in Deutschland, ausgestellt wurde, wandern die Fotos nun weiter nach Halle. Ab dem 12. Juni 2019 präsentiert Cléssio Moura de Souza die Ausstellung am dortigen Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung.

Ausstellungsbroschüre