"Kriminalitätsschwerpunkte in Freiburg" © iStock.com/Jirobkk

„Kri­mi­na­li­täts­schwer­punk­te in Frei­burg – Sinn­vol­le po­li­zei­li­che Stra­te­gie oder blin­der Ak­tio­nis­mus?“ Mitt­woch, 22. No­vem­ber 2017 17 – 18.30 Uhr Max-Planck-In­sti­tut, Ge­bäu­de Fürs­ten­berg­stra­ße 19, Vor­trags­raum.


Die Stadt Frei­burg ver­fügt be­reits seit Jah­ren über ei­ne hö­he­re Kri­mi­na­li­täts­be­las­tung als an­de­re Groß­städ­te Ba­den-Würt­tem­bergs. Um ge­ziel­ter ge­gen Straf­ta­ten vor­ge­hen zu kön­nen, hat die Po­li­zei Kri­mi­na­li­täts­schwer­punk­te de­fi­niert. Da­zu zäh­len der­zeit Tei­le der Alt­stadt („Ber­mu­da-Drei­eck“), der Stüh­lin­ger Kirch­platz so­wie der Co­lom­bi­park. Die Ka­te­go­ri­sie­rung als Brenn­punkt räumt der Po­li­zei in den ent­spre­chen­den Ge­bie­ten laut Pa­ra­graph 26 des ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Po­li­zei­ge­set­zes wei­ter­ge­hen­de Rech­te ein, z.B. bei Per­so­nen­kon­trol­len.

Doch wie sinn­voll und ef­fek­tiv ist das Aus­wei­sen von Brenn­punk­ten für die Kri­mi­na­li­täts­be­kämp­fung? Han­delt es sich hier­bei wirk­lich um ei­ne wirk­sa­me Maß­nah­me zur Kri­mi­na­li­täts­be­kämp­fung, wie die Po­li­zei sagt, oder doch eher um „un­red­li­chen Ak­tio­nis­mus“, der zu ei­ner Stig­ma­ti­sie­rung von öf­fent­li­chen Räu­men und Per­so­nen­grup­pen bei­trägt, wie es von Sei­ten der Kri­ti­ker heißt? Auf wel­cher Grund­la­ge wur­den die Kri­mi­na­li­täts­schwer­punk­te über­haupt de­fi­niert?

Die­ser und wei­te­ren Fra­gen ge­hen fol­gen­de Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler im Rah­men der Po­di­ums­dis­kus­si­on nach:

Ja­kob Bach, wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter und Dok­to­rand am In­sti­tut für Kri­mi­no­lo­gie und Wirt­schaftss­traf­recht an der Uni­ver­si­tät Frei­burg.

Do­mi­nik Ger­st­ner, So­zio­lo­ge und seit 2010 wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter in der kri­mi­no­lo­gi­schen Ab­tei­lung des Max-Planck-In­sti­tuts für aus­län­di­sches und in­ter­na­tio­na­les Straf­recht. For­schungs­schwer­punk­te: Ju­gend­de­lin­quenz, räum­li­che Ana­ly­sen von Kri­mi­na­li­tät, Pre­dic­ti­ve Po­li­cing.

Prof. Dr. Ro­land He­fen­dehl, Di­rek­tor des In­sti­tuts für Kri­mi­no­lo­gie und Wirt­schaftss­traf­recht an der Uni­ver­si­tät Frei­burg. For­schungs­schwer­punk­te: (Wirt­schafts-)Straf­recht, Kri­mi­no­lo­gie, Kri­mi­nal­po­li­tik.

Prof. Dr. Chri­stoph Trur­nit, Pro­fes­sor für Po­li­zei- und Straf­ver­fah­rens­recht an der Hoch­schu­le für Po­li­zei Ba­den-Würt­tem­berg und seit 2014 De­kan der Rechts­wis­sen­schaft­li­chen Fa­kul­tät der Hoch­schu­le für Po­li­zei Ba­den-Würt­tem­berg.

Dr. Di­na Hum­mels­heim-Doss (Mo­de­ra­ti­on), So­zio­lo­gin und wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin in der kri­mi­no­lo­gi­schen Ab­tei­lung des Max-Planck-In­sti­tuts für aus­län­di­sches und in­ter­na­tio­na­les Straf­recht. For­schungs­schwer­punk­te: Kri­mi­na­li­täts­er­fah­run­gen und Kri­mi­na­li­täts­furcht in der Be­völ­ke­rung.