Gunda Wössner ist Mitglied des Europäischen Komitees zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe

Gunda Wössner, Senior Researcher am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht, wurde zum deutschen Mitglied des Europäischen Komitees zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe gewählt (2021-2025). Die promovierte Psychologin forscht seit Jahrzehnten zu Sexual- und Gewaltkriminalität und gilt als ausgewiesene Expertin in den Bereichen Straftäterbehandlung und Kriminalverläufe.


Beim Europäischen Komitee zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe (European Committee for the Prevention of Torture and Inhuman or Degrading Treatment or Punishment - CPT) handelt es sich um ein unab­hän­gi­ges Überwachungsgremium des Europarats mit seinen 47 Mitgliedstaaten. Das Ministerkomitee des Europarates wählt für jeden Mitgliedstaat ein Mitglied. Die Mitglieder sind unabhängige und unparteiische Expertinnen und Experten aus ver­schie­de­nen Fachbereichen, etwa aus der Justiz, der Medizin oder der Psychologie.

Die CPT-Mitglieder besuchen regelmäßig Orte der Freiheitsentziehung in den Mitgliedstaaten des Europarates, wie Polizeistationen, Gefängnisse, Jugendstrafanstalten, Haftanstalten für Einwanderer, psychiatrische Kliniken oder Sozialheime. Dabei handelt es sich um rein präventive Besuche. Pro Jahr kommen rund 20 Länderbesuche zustande. Am Ende jedes Länderbesuchs trifft sich die CPT-Delegation mit den zuständigen Minister*innen oder anderen hochrangigen Regierungsvertreter*innen, um ihnen ihre Beobach­tun­gen weiterzugeben. Bei der Ausarbeitung von Gesetzestexten bezieht sich die Europäische Union dann häufig auf die Beobach­tun­gen und Empfehlungen des CPT. Erst im Dezember 2020 hatte eine Delegation Deutschland bereist und unter anderem die JVA Freiburg, die JVA St. Georgen-Bayreuth, das Polizeipräsidium München, die JVA für Frauen, Berlin, die Asklepios Klinik für Forensische Psychiatrie, Hamburg, sowie die Polizeidirektionen Düsseldorf und Gelsenkirchen besucht. 2021 gab es bereits Delegationsreisen nach Schweden und in die Türkei.